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Kontakt:

Kompetenznetz für Nachhaltige Holznutzung [NHN] e. V.
Geschäftsstelle
Martin Hanke (Geschäftsführer)
Rudolf-Diesel-Straße 12
37075 Göttingen

Tel.: 0551-3073811
Fax: 0551-3073821
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Rotfäule an Fichte: Teilprojekt I   |   Teilprojekt II

Projekte

Untersuchung von biotechnologisch durch den Rotfäulepilz Heterobasidion annosum in vivo degradiertem Fichtenholz mit dem Ziel einer wertschöpfenden Nutzung

Hintergrund
Die bedeutendste Baumart der Bundesrepublik Deutschland ist die Gemeine Fichte (Picea abies), die ca. 40 % der Waldfläche einnimmt. Wegen ihrer hohen Wuchsleistung, relativ kurzen Umtriebszeit und ihrer guten Holzeigenschaften ist die wirtschaftliche Bedeutung der Baumart noch höher einzuschätzen als ihre Anteilsfläche.

Querschnitt eines befallenen
Fichtenstammes

Die wichtigsten und wirtschaftlich schwerwiegendsten biotischen Schäden verursacht der Weißfäulepilz Heterobasidion annosum. Er ist Auslöser einer im Stamm aufsteigenden Weißfäule, durch die der Faserverbund stark gelockert wird. Etwa 25 % der deutschen Fichten sind mit Heterobasidion annosum befallen. Der durch diesen Pilz entstehende Schaden besteht nicht nur in der Holzdegradation, sondern auch in erheblichen Mindereinnahmen bei der Holzvermarktung. Die technische Verwertung des befallenen Fichtenholzes gewinnt daher auch in der Forstwirtschaft, begründet durch die zunehmende Verknappung des Rohstoffes Holz, immer mehr an Bedeutung.

Teilprojekt 1: "Die Verwendung von Heterobasidion annosum in vivo degradiertem Fichtenholz als Pflanzensubstrat und Torfersatz"

In Deutschland werden pro Jahr ungefähr 10 Mio. m³ Torf abgebaut, wovon 80 % für gartenbauliche Zwecke verwendet werden. Unter der Voraussetzung konstanter Abbaumengen würden die Ressourcen an Weißtorf weitere 25 Jahre reichen und die Vorkommen an Schwarztorf wären in rund 40 Jahren erschöpft.

Radieschen (Raphanus sativus)
in einem Substrat mit 60 %
Holzfaseranteil nach 3 Wochen
Kultivierzeit.
Studentenblume (Tagetes patula
L.) nach achtwöchiger Kultivation
in einem Substrat mit 50 %
Holzfaseranteil.

Ziel des Projektes ist es, aus rotfaulem Fichtenholz einen marktfähigen Torfersatz herzustellen. Im Institut für Forstbotanik der Georg-August-Georg-August-Universität Göttingen wird die Nutzung von Heterobasidion annosum in vivo befallenem Fichtenholz als Pflanzensubstrat und Torfersatz untersucht. Das für die Herstellung des Torfersatzes verwendete Holz wurde bis dato aufgrund der starken Zersetzung im Wald liegen gelassen und kann nun einer Wertschöpfenden Kette zugeführt werden.

Das Vorhaben soll folgende Schwerpunkte behandeln:
  • Mechanisch-Thermohydrologische Zerfaserung des rotfaulen Fichtenholzes
  • Optimierung der Aufbereitung des Ausgangsmaterials
  • Lagerversuche mit dem fertigen Material
  • Weiterentwicklung des Endproduktes zu einem 100 % vollständigen Pflanzensubstrat, welches für professionelles Kultivieren geeignet ist
  • Weiterentwicklung des Produktes und Schaffung von Mehrwert durch die Herstellung von Substratwürfeln bzw. gepressten Substrattöpfen aus rotfaulem Fichtenholz

In Zusammenarbeit mit der Firma TORESA® Deutschland GmbH soll ein umweltfreundlicher, marktfähiger Torfersatz auf Basis von rotfaulem Fichtenholz entwickelt werden, um in Zukunft die Verwendung von Torfprodukten im hohen Maße zu substituieren bzw. vollständig ersetzen zu können.

Partner

TORESA® Deutschland GmbH, Lägerdorf
Herrn Henry Becker
Hildesheimer Straße 3
31185 Söhlde
Telefon: (05129) 78201
Website: www.dammann.de
E-Mail: hbecker@dammann.de

Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA), Göttingen
Herr Prof. Dr. Hermann Spellmann
Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt
Grätzelstr. 2
37079 Göttingen
Website: www.nw-fva.de
Telefon: (0551) 69401123
E-Mail: Hermann.Spellmann@nfv.gwdg.de

Kontakt

Herr Prof. Dr. Alireza Kharazipour
Institut für Forstbotanik (FBI)
Büsgenweg 2
37073 Göttingen
Web: http://wwwuser.gwdg.de/~uffb/
Tel.: 0551/393488
Email: akharaz@gwdg.de

M.Sc. Kai Ludwig
Georg-August-Universität Göttingen / Institut für Forstbotanik
Büsgenweg 2
37077 Göttingen
Telefon: +49 (0) 551 / 39 - 9361
E-Mail: kludwig@gwdg.de